Pro-Musika-Plakette

Der Musikverein ist Träger der vom Bundespräsidenten 1969 verliehenen "Pro Musica"-Plakette mit Gründungsjahr 1825. Dies wurde aufgrund mündlicher Überlieferung und vorhandenen Dokumenten vom damaligen Schriftführer Hans Zettler, Osterberg ermittelt, weil die Chronik etwas lückenhaft war. Obwohl diese neunstimmig gegründete Blaskapelle bewußt ohne Holzinstrumente zusammengestellt war, wurde sie schon früher von anderen Gemeinden verpflichtet. Dies war vor allem zu Zeiten von Karl Maier so, weil unter seiner Leitung die Kapelle einen beachtlichen Aufschwung nahm. Andreas Böck war Garant dafür, daß während des 1. Weltkrieges durch Jugendausbildung die Kapelle bestehen blieb. Als sich Böck an die Feier des lO0jährigen Bestehens machte, verstarb er allzufrüh. Die Nachfolge trat nun der Tenorhornist Schnieringer an, der 1931 plötzlich verstarb. In abwechslungsreicher Folge traten nun die Herren Lehrer Gayerhos, Josef Ohneberg und Xaver Harzenetter als Dirigenten auf. 1950 wurde das 125jährige Jubiläum in kleinem Rahmen unter Dirigent Xaver Harzenetter und Vorstand Karl Kienle gefeiert. Gäste waren u. a. Landrat Dr. Karl Lenz, Memmingen, Bezirksleiter Ludwig Grambihler, Markt Rettenbach und Vertreter der Nachbarskapellen. Die Kapelle hat sich schon in den dreißiger Jahren dem Allgäuer Musikbund, jetzt Allgäu-Schwäbischer Musikbund (ASM) angeschlossen.
schon in den dreißiger Jahren dem Allgäuer Musikbund, jetzt Allgäu-Schwäbischer Musikbund (ASM) angeschlossen.

Dirigenten von der Gründung an:

1825 bis 1837 Musiklehrer Leuterer, Böhen.
1838 bis 1862 Hofmann, Böhen.
1863 bis 1897 Karl Maier, Lampolz.
1898 bis 1923 Andreas Böck, Böhen.
1924 bis 1931 Schnieringer, Böhen.
1932 bis 1955 Lehrer Geirhos, Böhen. Josef Ohneberg, Lampolz und Xaver Harzenetter, Böhen.
1955 bis 1955 Franz Gärtner, Hopferbach.
1955 bis 1998 Josef Zettler, Ottobeuren.
1998 bis weiter Lothar Albrecht, Böhen.

Zusammenschluß mit Hopferbach

Im Zweiten Weltkrieg schloß man sich mit der Nachbarskapelle Hopferbach zusammen, um wegen der Einberufungen zum Wehrdienst spielfähig zu bleiben, wobei es sich leider meist um Heldengedenkfeiern für die gefallenen Bürger oder Musikkameraden handelte.

 

Die Vorstände

Bis zum Bezirksmusikfest 1955 führte Karl Kienle aus Oberwarlins die Kapelle als Vorstand Franz Gärtner, der nur für das Bezirksmusikfest als Dirigent in Erscheinung trat, hatte in 2 Jahren eine Jugendkapelle aufgebaut, die ab 1955 die Tradition unter Josef Zettler, der 1954 den Dirigentenkurs absolviert hatte, fortsetzte. Zunächst auch Vorstand, übergab er dieses Amt an Georg Endres, Karlins.1969 bis 1983 Georg Lerchenmüller, Probstried. Ehrung durch den ASM für 15-jährige, verdienstvolle Vorstandstätigkeit. 1984 bis weiter Hans Schedel, Unterwarlins. Die Jugendausbildung übernahm Georg Zettler, Oberwarlins, der auch einige hervorragende Arrangements schrieb, die heute noch regelmäßig gespielt werden.

Obwohl schon 1958 nach Ottobeuren verzogen, blieb Josef Zettler Dirigent und übernahm später auch die Ausbildung. Seit 1959 finden alljährlich Osterkonzerte statt. 1964 wurde erstmals eine Allgäuer Tracht angeschafft, wozu die Böhener Bürger sich sehr spendabel zeigten. 1973 und 1979 wurden jeweils für Ausbildungszwecke Jugendkapellen gegründet und erstmals auch Mädchen aufgenommen. Beide Jahrgänge bilden heute den Stamm der Kapelle. Ab 1970 bis 1983 wurde die Kapelle im süddeutschen Raum als Unterhaltungs- und Stimmungskapelle ein Begriff, der in der Namengebung "Allgäuer Dorfmusikanten" seinen Niederschlag fand.

Die Tonträger

Gegen Ende dieser Ära wurde 1982 eine Musikkassette "Aus Böhen kommt die Musik" produziert, die sehr großen Anklang fand. 1984 war große Wachablösung, als 12 Musiker ihre musikalische Laufbahn beendeten. Hans Schedel wurde in dieser schwierigen Lage zum Vorstand gewählt und führt sein Amt bis heute zur großen Zufriedenheit aller und erhielt vom ASM die Auszeichnung für 15jährige vorbildliche Vorstandstätigkeit. Die Ausbildung wurde nun vorangetrieben und so war es Resi Rinderle (jetzt Frick), die am neu ausgeschriebenen Kurs des ASM "Der Jugendausbilder im Musikverein" mit Erfolg teilnahm und fortan bei der Ausbildung sich mit großem Eifer beteiligte. Es wurden nun auch wieder Wertungsspiele des ASM mit so großem Erfolg besucht, daß Josef Zettler am 08. März 1990 die staatliche Anerkennung als Dirigent von Blasorchestern im Laienmusizieren durch den Bayerischen Staatsminister für Unterricht und Kultus verliehen wurde.

Die Gemeinde Böhen unterstützte den Verein unter den Bürgermeistern Otto Wanner und jetzt Bernd Schäfer so großzügig, daß man ab 1975 bis 1998 in der alten Schule ein Probelokal zur Verfügung gestellt bekam. 1995 wurden wieder Studioaufnahmen im Studio 80 in Bad Wörishofen gemacht und mit großem Erfolg Kassetten und diesmal auch CD's produziert. Der Titel nun: "Gruß aus Böhen". Es war die Blasmusik-Serie 21 des ASM.

Brasilienreise

Vom 17. März bis 31. März 1996 folgt eine Traumkonzertreise nach Brasilien, wo in den Städten Pomerode, Indaial, Blumenau und Timbo Konzerte gegeben wurden. Die Konzertwoche endete mit dem Besuch des Musikfestes von Timbo mit 12 teilnehmenden Bandas. Nun begann der Traumteil der Reise mit dem Besuch der Wasserfälle von Iquazu und des größten Wasserkraftwerkes der Erde in Itaipu, sowie 4 Tagen Rio de Janeiro, die jedem unvergeßlich bleiben werden. Die perfekte Reiseleitung hatte Roswitha Ziel, Tochter von Pastor Ziel, der Leiter der Banda von Timbo ist. Unser Bürgermeister Bernd Schäfer hat uns als unser "Außenminister" bei den jeweiligen Stadtempfängen mit seiner Redegewandtheit große Dienste geleistet. Diese Gelegenheit ließen wir uns nicht entgehen und engagierten die Banda gleich als Festkapelle als Attraktion für unser Bezirksmusikfest 2000. Wenn es noch eines Qualitätsbeweises für unseren Vorstand Hans Schedel bedurft hätte, hier zeigte er in fast zweijähriger Arbeit seine großartigen Planungskünste.

1998 bezogen wir dann unser jetziges Probelokal im neuen Dorfzentrum Gasthaus Rössle, das den Anforderungen einer immer größer werdenden Kapelle entspricht.

Mit der Jugendausbilderin im Musikverein, Martina Rothbauer folgte 1999 erstmals eine Dirigentin, welche die Jugendkapelle übernahm. Dazu den jugendlichen engagierten Dirigenten Lothar Albrecht, 2 Kapellen in einem 700-Seelendorf, vor der Zukunft ist uns nicht bange!